Ausgewählte Veröffentlichungen

Seit 2015

2018

V. Jantzer, M. Schlander, J. Haffner, P. Parzer, S. Trick, F. Resch, M. Kaess:

The cost incurred by victims of bullying from a societal perspective: estimates based on a German online survey of adolescents.

Eur Child Adolesc Psychiatry (2018). DOI: 10.1007/s00787-018-1224-y [Online-Version vorab verfügbar].

M. Schlander, K. Hernandez-Villafuerte, C. Thielscher:

Kosten der Onkologie in Deutschland.

Forum (2018). https://doi.org/10.1007/s12312-018-0481-5 [Online-Version vorab verfügbar].

Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland und stehen im Ruf, hohe Kosten zu verursachen. Die gesundheitsökonomische Analyse der Krankheitskosten zeigt, das die von bösartigen Erkrankungen verursachte Krankheitslast in der Tat für nahezu ein Fünftel der gesamten Krankheitslast, also der krankheitsbedingt verlorenen Lebenszeit und Lebensqualität, der deutschen Bevölkerung verantwortlich ist – mit der Implikation, dass die intangiblen Kosten außerordentlich hoch sind. Die (zuletzt für das Jahr 2015 erstellte) Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamts belegt, dass demgegenüber nur 19,9 Milliarden Euro oder rund sechs Prozent der deutschen Gesundheitsausgaben von 343 Milliarden Euro (2015) auf bösartige Erkrankungen entfielen. Diese Relation von intangiblen zu direkten medizinischen Kosten entspricht der Situation in anderen europäischen Ländern. Der Anteil der Kosten der Krebsmedizin an den gesamten Gesundheitsausgaben war seit 2004 weitgehend stabil; es gibt insoweit keinen Hinweis auf überproportionale Kostensteigerungen. Schätzungen der indirekten Kosten, also der Produktivitätsausfälle aufgrund von vorzeitigem Tod und krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit, belaufen sich auf 18,5 Milliarden Euro (2015) und deuten darauf hin, dass diese Kostenkategorie eine den Gesundheitskosten vergleichbare Dimension haben dürfte. Besonderes Augenmerk der Gesundheitsökonomie sollte nicht nur Kosten-Nutzen-Evaluationen im Zusammenhang mit den – einer aktuellen Studie zufolge eher moderaten – Mehrkosten hochspezialisierter Zentren der Krebsmedizin und dem markanten Anstieg der Arzneimittelausgaben gelten, sondern auch den im akademischen Bereich bislang vernachlässigten Kosten aus der Perspektive betroffener Patienten und ihrer Familien.

J. Espin, M. Schlander, B. Godman, P. Anderson, J. Mestre-Ferrandiz, I. Borget, A. Hutchings, S. Flostrand, A. Parnaby, C. Jommi:

Projecting Pharmaceutical Expenditure in EU5 to 2021: Adjusting for the Impact of Discounts and Rebates.

Appl Health Econ Health Policy (2018): DOI: 10.1007/s40258-018-0419-1 [Online-Version vorab verfügbar].

2017

M. Schlander, C.-M. Dintsios, A. Gandjour:

Budgetary Impact and Cost Drivers of Drugs for Rare and Ultrarare Diseases.

Value in Health (2017): DOI 10.2016/j.jval.2017.10.015.

M. Schlander:

Woran bemisst sich Effizienz im Gesundheitswesen? Zur Klärung fachwissenschaftlicher Begriffe und Kriterien.

Amos International 11 (2017) 1: 22-31.

Der Begriff der Effizienz hat eindeutig positive Konnotationen. Für Nichtökonomen bleibt manchmal verborgen, dass sich der fachwissenschaftliche Sprachgebrauch der Ökonomen deutlich vom Alltagsverständnis unterscheidet. Das kann stets dann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn Ökonomen „normative“ Aussagen über Effizienz und Ineffizienz im Gesundheitswesen machen.
Um die zugrundeliegenden Zusammenhänge und ihre Implikationen zu verstehen, ist es erforderlich, die unterschiedlichen Erwartungen (also die Zielvorstellungen oder „Effektivitätskriterien“) an das Gesundheitswesen zu kennen, von denen Ökonomen, Ärzte, Patienten und gesunde Versicherte ausgehen. Denn „Effizienz“ kann per definitionem immer nur ein instrumentelles Ziel sein, über das erst dann sinnvoll („zielführend“) diskutiert werden kann, wenn zuvor ein Konsens über die zu verfolgenden Ziele hergestellt worden ist.

L. Annemans, S. Aymé, Y. Le Cam, K. Facey, P. Gunther, E. Nicod, M. Reni, J.-L. Roux, M. Schlander, D. Taylor, C. Tomino, J, Torrent-Farnell, S. Upadhyaya, A. Hutchings, L. Le Dez:

Recommendations from the European Working Group for Value Assessment and Funding Processes in Rare Diseases.

Orphanet Journal of Rare Diseases 12 (50), 2017: DOI 10.1186/s13023-017-0601-9.

Diese Publikation spricht neun Empfehlungen aus, um die Konsistenz der Arzneimittelbewertung für sehr seltene Erkrankungen in Europa zu verbessern und zugleich sicherzustellen, dass die Wertbemessung, Preisfindung und Finanzierbarkeit die Besonderheiten seltener Erkrankungen reflektieren, sowie zur Nachhaltigkeit in den Gesundheitssystemen und den in diesem Bereich zugehörigen Innovationen beitragen.

2016

M. Schlander:

Conventional Health Economic Evaluation Fails to Capture Social Value of Interventions for Rare and Ultra-Rare Disorders.

Drug Information Association (DIA) Global Forum, Oktober 2016: 13-14.

In Zeiten ökonomischer Austerität müssen gesundheitspolitische Entscheidungsträger darüber entscheiden, ob Interventionen seltener und sehr seltener Erkrankungen, die gemeinhin als sehr teure Arzneimittel gelten, einen "Value for Money" aufweisen. Dabei sehen sich Entscheidungsträger insbesondere mit dem Fehlen allgemein gültiger Instrumente zur Bewertung und gleichzeitigen Quantifizierung des sogenannten "Social Value" solcher Interventionen konfrontiert.

M. Schlander, S. Garattini, P. Kolominsky-Rabas, E. Nord, U. Persson, M. Postma, J. Richardson, S. Simoens, O. de Solà-Morales, K. Tolley, M. Toumi:

Determining the value of medical technologies to treat ultra-rare disorders: a consensus statement.

Journal of Market Access & Health Policy 4 (2016): 33039; 1-9.

Um die systematische Evaluation von Interventionen für sehr seltene Erkrankungen kritisch bewerten zu können, trat beim Annual European ISPOR Kongress im November 2012 in Berlin (Deutschland) eine internationale Gruppe medizinischer und gesundheitsökonomischer Experten zusammen. In Folge dieses Treffens und weiterführender Überlegungen entwarf die Expertengruppe einen Konsensus zu den spezifischen Anforderungen und potenziellen Lösungsansätzen.

2015

A. Philipsen, T. Jans, E. Graf, S. Matthies, P. Borel, M. Colla, L. Gentschow, D. Langner, C. Jacob, S. Groß-Lesch, E. Sobanski, B. Alm, M. Schumacher-Stien, M. Roesler, W. Retz, P. Retz-Junginger, B. Kis, M. Abdel-Hamid, V. Heinrich, M. Huss, C. Kornmann, A. Bürger, E. Perlov, G. Ihorst, M. Schlander, M. Berger, L. Tebartz van Elst:

Comparison of Methylphenidate and Psychotherapy in Adult ADHD Study (COMPAS) Consortium: Effects of Group Psychotherapy, Individual Counseling, Methylphenidate, and Placebo in the Treatment of Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Randomized Clinical Trial.

JAMA Psychiatry, 72 (12), 2015: 1199-1210.

 

M. Schlander, C.C. Adarkwah, A. Gandjour:

Budget impact analysis of drugs for ultra-orphan non-oncological diseases in Europe.

Expert Review of Pharmacoeconomics & Outcomes Research, 15 (1), 2015: 171-179.

Sehr seltene Erkrankungen sind mit einer Prävalenz von weniger als 1/50,000 Personen definiert. Bisher ist jedoch wenig über den sogenannten Budget Impact für Arzneimittel sehr seltener Leiden, die allgemeinhin als die teuersten Medikamente gelten. Die vorliegende Arbeit führte eine Budget Impact Analyse (BIA) für einen Zeitraum von 10 Jahren (2012-2021) für Arzneimittel seltener (n=18) sowie sehr seltener (n=29) Leiden durch, die nicht den onkologischen Erkrankungen zuzuordnen sind. Die Ergebnisse der Analyse unterstützen dabei jedoch nicht die bestehenden Bedenken hinsichtlich unbeschränkt steigender Ausgaben für Arzneimittel sehr seltener Erkrankungen.